Vit. D3, B6, B12

Vitamin D3

Die Spatzen pfeifen es von allen Dächern… Vitamin D ist lebenswichtig!

Nun ist allgemein bekannt, dass der Körper Vitamin D mithilfe von Sonnenstrahlen produziert. Deswegen ist „Vitamin“ streng genommen auch nicht richtig, denn kein Körper stellt Vitamine selbst her! Vielmehr wird ein Vitamin aus der Nahrung aufgenommen.

Vitamin D in seiner aktiven Form „1,25-Dihydroxy-Colecalciferol“ oder auch „Caclitriol“ oder „1,25 [OH]2D3“ genannt, wird z.B. von der Niere gebildet und dann ins Blut abgegeben. Eigentlich – von der Wirkung her – ist es eher ein Hormon als ein Vitamin. Calcitriol stimuliert die Aufnahme von Calcium in den Dünndarm und reguliert den Calciumstoffwechsel im Knochen.

Eine sehr wichtige Rolle spielt bei der Herstellung von Vitamin D die Haut!  Ansonsten weiß man heute, dass fast alle menschlichen Organe bei der Herstellung beteiligt sind.

Die pflanzliche Variante nennt man übrigens D2!

Diskutiert wird unter Medizinern ein Zusammenhang mit:

  • Autoimmunerkrankungen, z.B. Diabetes Typ 1, Morbus Crohn, MS, SLE
  • Rachitis und Osteomalazie
  • Krebserkrankungen wie Mammakarzinom u.a.
  • Hypertonie und andere kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Infektionserkrankungen wie Tuberkulose
  • psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie oder endogene Depressionen

Nun, Sonne ist für die Herstellung von Vitamin D unabdingbar. Sonne ist aber u.a. auch verantwortlich für Krebs, Sonnenbrand etc. Fies ist dabei – mal abgesehen davon, dass ein MS Patient oder auch wir Lupuserkrankten nicht in die Sonne gehen können / sollen, um die Krankheitsaktivität nicht noch zu fördern oder weil wir sie schlicht nicht vertragen – dass die Dauer, die an Sonneneinstrahlung nötig ist, um die Produktion von D3 zu starten in etwa die gleiche ist, die unserer Haut schadet und Krebs und Sonnenbrand etc. fördert.

Das richtige Mittelmaß ist für einen Gesunden Menschen demnach schon sehr schwer zu finden, für einen Menschen, der die Sonne meidet (meiden muss), noch viel schwerer!

Eine Vorstufe des Vitamin D kann der Körper selbst bilden, dieses wird durch das UV-Licht der Sonne in seine aktive Wirkform in der Haut umgewandelt. Bei jungen Menschen funktioniert dieser Vorgang gut, bei älteren Menschen meist nur noch sehr gering.

Bei einem hellhäutigen ungebräunten Kind erbringt ein Ganzkörpersonnenbad von 20 Minuten bis zu 20.000 IE Vitamin D.
Längere Sonnenexposition führt dann zu keiner weiteren Aktivierung.

Erwachsene benötigen drei bis vier Stunden Ganzkörpersonnenbaden zur Aktivierung von 20.000 IE Vitamin D.
Einige Mediziner meinen, es reiche aus zweimal täglich 15 Minuten Sonne auf Gesicht, Arme und Hände zu bekommen!

Benutzt man Sonnencreme, wird ab LSF 8 praktisch kein Vitamin D mehr in der Haut aktiviert. Und je bräuner man ist, desto mehr Sonne benötigt man zur Aktivierung! Es ist also auch für den Gesunden, der die Sonne nicht krankheitsbedingt meiden muss, gar nicht so einfach, die richtige Dosis zu finden – alleine schon im Sommer!

Der optimale Vitamin D (Serum)Spiegel wird weltweit stark diskutiert. Aktuell bezeichnet man Werte unter 20 ng/ml als Defiziens und zwischen 20 und 30 ng/ml als Insuffizienz. Erst Konzentrationen ab 30 ng/ml gelten als ausreichend, wobei viele Experten diese Normwerte als viel zu niedrig einschätzen und höhere Grenzwerte fordern.

Interessant ist eine Studie, in der Ben-Zvi und Kollegen (2011) zeigen, dass eine inverse Korrelation, also einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Krankheitsaktivität beim Lupus (gemessen im SLEDAI) und Vitamin-D-Serumspiegel vorlag.
Das bedeutet, dass die Patienten, die einen niedrigeren Spiegel im Vergleich zu Patienten mit höheren Spiegeln eine höhere Krankheitsaktivität aufwiesen.

Was sind denn nun die Folgen von Vitamin D Mangel? Doch jede Menge, wie ich finde. Mögliche Symptome sind diese:

  • allgemeine Leistungsminderung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Traurigkeit, Niedergeschlagenheit
  • Muskelkrämpfe, vor allem auch nachts (z.B. in den Waden)
  • Muskelverspannungen vor allem im Rücken und Nacken
  • Muskelzucken (an den verschiedensten Stellen, auch am Auge)
  • Abbrechen der Fingernägel
  • weiße Flecken auf den Fingernägeln
  • Schwindel und Kopfschmerz bei körperlicher Anstrengung
  • Gelenkschmerzen
  • Ganzkörperbeschwerden (Osteomalazie)
  • Infektanfälligkeit
  • Schlafprobleme (Einschlaf- und / oder Durchschlafstörung)
  • Nervosität, Konzentrationsmangel
  • Osteoporose
  • Rachitis

Und was kann das Vitamin D bewirken? Folgendes:

  • vermehrte Aufnahme von Kalzium im Darm
  • Aktivierung des Knochenaufbaus
  • Risikosenkung von Knochenbrüchen
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Muskulatur
  • Verbesserung der Maximalkraft und der Schnellkraft
  • Verminderung von Verspannungen
  • weniger Muskelkrämpfe
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit insgesamt
  • Verbesserung der Motorik
  • Vermindertes Sturzrisiko
  • Verbesserung der Immunabwehr
  • Verbesserung bei Diabetes Typ 2 durch Förderung der Insulinausschüttung in der Bauch-speicheldrüse und Stimulation der Insulinrezeptoren in Muskel- und Fettzellen
  • Bluthochdruck wird verringert
  • Verringerung des Risikos für einige bösartige Tumoren (z.B. Mamma-Karzinom)

Wie hoch sollte denn jetzt das 25 OH Vitamin D im Blut sein?

30-40 ng/ml ( 75-100 nmol/l) sind „gut“
40-70 ng/ml (100-175 nmol/l) sind „besser“
100 ng/ml (250 nmol/l) „sollten nicht überschritten werden“

Folgende Tagesdosen werden zur Vorbeugung empfohlen, nach dem „Vitamin D – Papst“ Holick, MF. Vitamin D Defiency. NEngl J Med 2007:

Kinder / Jugendliche 400 – 1000 IE Vit. D3
Erwachsene 1000 – 2000 IE Vit. D3

Auch eine wöchentliche Einnahme ist möglich, dann in entsprechend höheren Dosen. Zur Therapie bei Vitamin D Mangel müssen wesentlich höhere Dosen verordnet werden!

Eine Überdosis ist erst ab täglicher Einnahme von 100.000 IE zu erwarten, was in einer Studie nachgewiesen wurde.

Was gibt es für Präparate und was kosten sie?

  • Dekristol 20.000 IE 50 Kapseln – rezeptpflichtig – ca. 30,- Euro
    Wirkstoffe: 20000 I.E. Colecalciferol, 20 mg Colecalciferol, ölige Lösungen
  • Vigantoletten 1.000 IE 100 Tabletten – rezeptfrei – ca. 6,- Euro
    Wirkstoffe: 25 µg Colecalciferol, entsprechend 1000 I.E. Vitamin D

Das Internet ist voll von Vitaminprodukten und Mittelchen jeglicher Art. Hier verlasse ich mich auf meine Apotheke, die mich optimal berät und versorgt (auch was Preis und Leistung angeht).

Vitamin B6

Zur Gruppe der B-Vitamine gehört das Vitamin B6. Es ist ein wasserlösliches Vitamin und wird auch Pyridoxin genannt. Genau genommen steht der Name Vitamin B6 gleich für drei Substanzen: Pyridoxol, Pyridoxal und Pyridoxamin. Es reagiert empfindlich auf Hitze und Licht.

Vitamin B6 muss dem Körper von außen zugeführt werden. Es ist aber auch in vielen Lebensmitteln enthalten, sodass ein Vitamin B6-Mangel nur selten auftritt.

Wofür ist denn das Vitamin B6 jetzt eigentlich zuständig oder wichtig?

Vitamin B6 ist ein Vitamin, das an über hundert Arbeitsabläufen im Stoffwechsel des menschlichen Körpers beteiligt ist.
Es ist entscheidend am Aufbau und Umbau von Eiweißen beteiligt. Es stellt ein wichtiges Coenzym für den Stoffwechsel der Aminosäuren dar. Als Bestandteil von Enzymen sorgen Coenzyme gemeinsam mit ihnen dafür, dass die biochemischen Reaktionen schneller ablaufen.

Beim Aminosäurestoffwechsel werden Aminosäuren in körpereigene Stoffe umgewandelt. Dazu gehören u.a. Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und Histamin.
Während Histamin bei Allergien eine Rolle spielt, sind Serotonin und Dopamin zuständig für die Empfindung von Glücksgefühlen.

Außerdem spielt das Vitamin B6 am Stoffwechsel des zentralen Nervensystems (ZNS) eine wichtige Rolle. Auch bei der Bildung des Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und der Gallensäure ist Vit. B6 beteiligt, also unverzichtbar für die Immunabwehr. Außerdem beeinflusst Vitamin B6 die Funktion gewisser Hormone, wie der Glukokortikoide und der Sexualhormone.

Zu guter Letzt ist Vitamin B6 für Wachstum und Entwicklung des menschlichen Körpers von wichtiger Bedeutung. Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, auf eine ausreichend hohe Dosierung von Vitamin B6 zu achten.

Vitamin B6 wird u.a. zur Behandlung von Hautkrankheiten und bei Übelkeit (vor allem während der Schwangerschaft) eingesetzt. Außerdem wird Vit. B6 eine Linderung der Beschwerden bei PMS und auch beim Karpaltunnelsyndrom zugeschrieben. Gerne wird es auch eingesetzt zur Stärkung des Immunsystems, bei Konzentrationsschwäche, Lernstörungen oder Schlafstörungen.
Auch bei Albträumen oder Depressionen wird gerne Vitamin B6 gegeben.

Grundsätzlich sollte auf jeden Fall aber Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden!

Der Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin B6 liegt bei rund 1,5 bis 2 mg. Zusätzlich ist zu beachten, dass bei hoher Proteinzufuhr auch ein höherer Anteil an Vitamin B6 benötigt wird. Kraftsportler z.B. haben einen viel höheren Bedarf als Nicht-Sportler.
Aber auch schwangere und stillende Frauen oder Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und ältere Menschen benötigen wesentlich mehr Vitamin B6.

Vitamin B6 kommt sowohl in tierischen als auch pflanzlichen Lebensmitteln vor, besonders viel steckt in Innereien, Vollkornprodukten und in bestimmten Fischsorten (insbesondere in Sardinen und Makrelen).
2 mg Vitamin B6 sind z.B. enthalten in 250 g Vollkornreis oder in 200 g Rinderleber. Aber auch in 175 g Sojabohnen oder in 200 g Haferflocken. Auch mit 2 kg Obst kommt man auf 2 mg Vit. B6 (vor allem in Bananen ist Vitamin B6 enthalten).
Auch in Milchprodukten, Kartoffeln, Nüssen und Avocados ist Vitamin B6 enthalten. Die Werte hängen natürlich auch von der Zubereitung der Lebensmittel ab. Beim Kochen gehen rund 30% verloren, durch Einfrieren von Lebensmitteln gehen sogar bis zu 50% des wichtigen Vitamins verloren.

Bei einer wegen Darmerkrankungen oder auch einer autoimmunen Gastritis mangelhaften Aufnahme des Vitamin B6 aus der Nahrung erhält der Körper eigentlich genügend Vitamin B6 mit der Nahrung, um seinen Bedarf zu decken. Da der Darm wegen unterschiedlichen Krankheiten aber verändert ist, kann er nicht mehr genügend Vitamin B6 aus der Nahrung in den Körper aufnehmen. Es entsteht somit ein Vitamin B6-Mangel, der von einem Mangel weiterer Nährstoffe begleitet sein kann. Dieser Mangel muss durch regelmäßige Injektion behoben / ausgeglichen werden. Eine Einnahme von Vitamin B6 in Tablettenform ist durch die Darmerkrankung wirkungslos.

Wenn über einen längeren Zeitraum zu hohe Dosen an Vitamin B6 eingenommen werden, kann es zu einer Überdosierung kommen. Davon spricht man ab einer täglichen Einnahme von mehr als 500 mg Vitamin B6. Solch eine Menge kann durch Nahrungsaufnahme fast nicht erreicht werden – eigentlich nur durch die Einnahme von NEM (Nahrungsergänzungsmitteln).
Als Folge einer Überdosierung können mit der Zeit Nervenschäden auftreten. So können Lähmungserscheinungen auftreten, Reflexausfälle und Störungen des Temperatursinns. Auch Gefühlslosigkeit in Armen und Beinen kann auftreten und es kann zu einer entzündlichen Reaktion der Haut kommen.

Kann ich selbst einen Mangel an Vitamin B6 erkennen?

Es gibt ziemlich gravierende Folgen von Vitamin B6-Mangel. Da es im Körper an der Bildung von vielen verschiedenen Stoffen beteiligt ist, kann ein Mangel eine ganze Reihe von Mangelerscheinungen auslösen. Da es aber in vielen Lebensmitteln enthalten ist, ist ein Mangel relativ selten.

Gefährdet sind Menschen, die Medikamente wie Antidepressiva, Tuberkulosemedikamente, Medikamente gegen rheumatische Erkrankungen oder krampflösende Mittel einnehmen müssen.

Schon ein leichter Mangel an Vitamin B6 kann zu heftigen Symptomen führen, hier einige davon:

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Depressive Verstimmung
  • leichte Reizbarkeit
  • Darmbeschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)
  • Akne
  • Krämpfe
  • Bindehautentzündung
  • entzündliche Veränderungen der Haut, insbesondere der Mundwinkel, Nase, Augen
  • entzündliche Veränderungen der Schleimhaut des Mundes / der Zunge
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Wachstumsstörungen (bei Kindern und Jugendlichen)
  • vermehrte Lichtempfindlichkeit
  • Verstärkung der Menstruationsbeschwerden (bei Mädchen und Frauen)

Bei einem starken Vitamin B6-Mangel kann es zu erheblichen Funktionsstörungen der Leber und des Nervensystems kommen. Außerdem können wichtige Mineralstoffe (Magnesium, Kalzium, Eisen) nicht mehr vom Körper verwertet werden – auch hier können dadurch Mängel entstehen, die auf den ersten Blick nicht zu erklären sind!
Außerdem können durch den Mangel an Vitamin B6 nicht mehr genug rote Blutkörperchen hergestellt werden, was eine Blutarmut mit Blässe, Müdigkeit, Leistungsminderung, Konzentrationsschwäche und Atembeschwerden zur Folge haben kann.

Vitamin B12 – der König unter den Vitaminen

Kein anderes Vitamin übt einen vergleichbaren Einfluss auf das körperliche, emotionale und mentale Wohlergehen des Menschen aus.
Zu seinen Hauptaufgaben gehören z.B. etliche Aufgaben im Bereich des ZNS (zentralen Nervensystems), des Stoffwechsels, der Blutbildung und der Entgiftung.

Wegen seiner Farbe wird es auch das „rote Vitamin“ genannt. B12 komm als Cynocobalamin, Hydroxycobalamin und Methylcobalamin vor.
Als einziges mineralienhaltiges Vitamin enthält es das Spurenelement Kobalt. Durch seine komplexe Struktur ist eine synthetische Herstellung des Vitamin B12 im Labor unmöglich. Speziell gezüchtete Bakterienstämme dienen so als Lieferanten für dieses Vitaminpräparat.

Zwei Voraussetzungen müssen erüllt werden, um eine ausreichende Versorgung mit B12 sicherzustellen: eine ausreichende Zufuhr von Vit. B12-haltigen Nahrungsmitteln und ein gesunder Magen/Darm. Ist dieser Bereich nicht in Ordnung (z.B. durch eine autoimmune Gastritis) kann man so viel B12-haltiges essen (tierisches Eiweiß), wie man will, es wird nicht oder kaum aufgenommen. Ein Mangel entsteht.

Vitamin B12 ist im Gegensatz zu anderen Vitaminen nicht so häufig in der Nahrung zu finden und vor allem nicht so hochdosiert. Auch ist bei keinem der anderen Vitamine die Aufnahme im Darmtrakt mit so vielen Schwierigkeiten verbunden. Hinzu kommen die Probleme der Herstellung der Nahrungsmittel. Vitamin B12 ist wie B6 hitzeempflindlich und wird schnell denaturiert und zerstört, z.B. bei der Zubereitung auf dem Grill, in der Bratpfanne oder der Mikrowelle.

Außerdem kommt Vit. B12 eigentlich nur in tierischen Lebensmitteln vor. Fleisch, Eier und Fisch sind die besten Lieferanten dafür. In Milchprodukten sind nur kleine Mengen enthalten, vorausgesetzt, die Milch wird NICHT pasteurisiert (erhitzt).
Innereien wie Leber enthalten bei Weitem die höchste Konzentration an Vitamin B12.
Zu ernsthaften Problemen mit der Versorgung kann es bei Menschen kommen, die sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren.

Bis vor einiger Zeit wurde oft behauptet, dass Vitamin B12 auch in Algenprodukten wie Spirulina und Chlorella, aber auch in Sojaprodukten wie Tofu enthalten ist. Es hat sich aber (leider) herausgestellt, dass es sich dabei um eine sogenanntes B12-Analog handelt, d.h. die Struktur sieht fast genauso wie Vitamin B12 aus, wird aber vom Körper nicht verstoffwechselt.

Hier irren viele Vegetarier und Veganer!!!

Dr. med. Gabriel Cousens, Arzt und Ernährungsexperte und auch selbst Veganer, warnt dringend vor der Annahme, dass der Körper seinen Vitamin B12-Bedarf aus pflanzlichen Quellen aufnehmen kann. Er emfpiehlt deswegen allen Vegetariern und Veganern die regelmäßige Einnahme von Vitamin B12 in Tablettenform.

Dr. Cousens hat hierbei auf Studien hingewiesen, die bei ca. 80% aller strikten Veganer (kein Ei, Fisch, Fleisch – nur pflanzliche Nahrung) einen Vitamin B12-Mangel belegen.

Das sind ziemlich alarmierende Zahlen und es ist nicht selten, dass Veganer ernsthafte Krankheiten wie Anämie, Unfruchtbarkeit, neurologische Erkrankungen und auch Alzheimer-Demenz entwickelt haben. Alleine basierend auf diesem Wissen ist es mehr als ratsam, Vitamin B12 per NEM einzunehmen um einem Mangel vorzubeugen.

Welche Ursachen für einen Mangel gibt es noch?

Resorptionsschwierigkeiten

Der Körper tut sich oft schwer, das Vitamin B12 zu resorbieren (flüssige oder gelöste Stoffe in das Zellinnere aufnehmen), selbst wenn genügend B12 in der Nahrung vorkommt, denn Vitamin B12 besitzt einen sehr komplexen molekularen Aufbau.
Drei Voraussetzungen müssen erfüllt werden:

  • Der Magen muss ausreichend „hydrochlorsäurehaltigen Verdauungssaft“ (Magensäure / HCI) bereitstellen
  • Vitamin B12 muss sich an einen sogenannten „Intrinsic Factor“ in der Magenschleimhaut binden, bevor es dann im Dünndarm aufgenommen und umgewandelt werden kann.
  • Die obere Dünndarm-Schleimhaut muss gesund und frei von Schlacken sein, damit das Vitamin B12 auch resorbiert werden kann.

Und hier beginnen die Probleme:

  • Jeder zweite Erwachsene im Alter von über 50 Jahren produziert zu wenig oder sogar gar keine Magensäure.
  • Wenn die Magenschleimhaut krank ist, wird im Normalfall zu wenig „Intrinsic Factor“ produziert. Das ist z.B. der Fall bei der (autoimmunen) Gastritis. Auch die Besiedlung des Magens durch Helicobacter-Bacterium kann zu einer solchen Störung führen.
  • Pilzbesiedlung und Medikamenteneinnahme (z.B. Säureblocker, die Pille, Antibiotika, Cortison) können die Aufnahme deutlich verringern.

Entwicklung von Vitamin B12-Mangel und die dadurch verursachten Symptome

Eine vorübergehende, begrenzte mangelnde Zufuhr an Vitamin B12 kann der Körper gut ausgleichen, da Vitamin B12 in der Leber gespeichert wird.
Leert sich der Speicher immer weiter, können die ersten Mangelsymptome auftreten. Aufgrund ihrer großen Vielfalt wenden vor allem die ersten und meist noch leichten Anfangssymptome oft nicht erkannt oder sogar falsch behandelt.
Erst nach dem Erschöpfen dieser Speicher setzen die wirklich schweren Symptome eines Vitamin B12-Mangels ein.
Bis dieses Stadium erreicht wird, können häufig etliche Jahre vergehen, in denen sich die Symptome aber immer weiter verschlimmern.

Vitamin B12 ist an zahlreichen grundlegenden Funktionen des Körpers beteiligt, die sich in verschiedene Prozesse einteilen lassen.

  • Synthese von DNA (Zellteilung, Blutbildung)
  • Energiestoffwechsel (Endergieproduktion in den Mitochondrien)
  • Lipidstoffwechsel (Aufbau der Zellmembranen, Aufbau von Myelinscheiden, Schutz der Nerven im ZNS und im Gehirn)
  • Synthese von Hormonen und Neurotransmittern
  • Entgiftung (Homocystein, Cyanid, Stickstoffmonoxid u.a.)

Da bei einem Vitamin B12-Mangel alle diese Bereiche gestört sind, können in der Folge auch total unterschiedliche Symptome auftreten. So erklärt sich die wahnsinnige Bandbreite der Vitamin B12-Mangel-Symptome, wovon die folgenden am häufigsten auftreten:

  • Nervenschäden (Taubheit, Kribbeln, Lähmungen, Schmerzen, Gedächtnisstörungen)
  • Blutarmut / Anämie (Leistungsschwäche, Immunschwäche)
  • Gestörter Energiestoffwechsel (chronische Erschöpfung und Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelschwäche)
  • Störungen des Hormon- und Neurtransmitterstoffwechsels (geistig- psychische Störungen, Depressionen, Psychosen)
  • Entzündungen (Mund, Magen, Darm)
  • Verdauungsstörungen (Verstopfung, Durchfall)

Wichtiges auf einen Blick zwischendurch:

  • die Symptome eines B12-Mangels sind zu Beginn unscheinbar, unauffällig und verschlimmern sich erst mit der Zeit
  • ein B12-Mangel wird oft nicht sofort und korrekt erkannt
  • ein B12-Mangel kann z.B. durch einen MMA-Urintest festgestellt werden
  • schon bei den ersten leichten Symptomen sollte ein Mangel an B12 behoben werden – unter Berücksichtigung der Ursache des Mangels (bei Gastritis z.B. muss der Mangel mittels Injektionen behoben werden)

Leider werden immer noch besonders die leichten, aber auch die richtig schweren Symptome eines Vitamin B12-Mangels oft nicht als diese erkannt und Patienten werden falsch oder nicht behandelt.
Das Bewusstsein und die damit verbundene Sensibilität des B12-Mangels ist noch relativ jung. B12-Tests waren und sind unter Medizinern recht unüblich und erst in den letzten 15 Jahren findet der Vitamin B12-Mangel aufgrund zahlreicher Studien immer mehr Beachtung unter Medizinern und kann dadurch auch öfter festgestellt werden.

Immer wieder werden aufgrund von Vitamin B12-Mangel-Symptomen Fehldiagnosen gestellt. Oft wird mit einem B12-Mangel eine der folgenden Diagnosen gestellt, die einen Menschen völlig aus dem Gleichgewicht werfen kann:

  • Multiple Sklerose
  • Autismus
  • Morbus Crohn
  • Impotenz / Unfruchtbarkeit
  • Lähmungen
  • Polyneuropathie
  • Fibromyalgie
  • Chronische Schmerzen
  • Chronische psychische Erkrankungen

Zum Auschluss sollte immer ein Vit.-B12-Test gemacht werden, so würde dem einen oder anderen ein großer Leidensweg erspart bleiben und eine schlimme Diagnose würde sich nicht bestätigen.

Einen Vitamin B12-Mangel feststellen

Zur Feststellung eines B12-Mangels wird häufig die Konzentration im Blutserum bestimmt. Leider ist dieser Wert jedoch nicht wirklich aussagekräftig, da der Test auch Vitamin B12 misst, das für den Körper gar nicht verfügbar ist. Selbst bei einem Spiegel im oberen (!!!) Normbereich, kann faktisch ein klinischer Mangel in den Zellen vorliegen!
Aussagekräftiger ist es, entweder allein das bioverfügbare Vitamin B12 (Holo-TC-Test) oder die Konzentration verschiedener Stoffwechselprodukte zu messen, die sich bei einem zellulären Vit.B12-Mangel verändern – darunter vor allem die Konzentrationen von Homocystein und Methylmalonsäure (MMA).

Der Urintest

Heute ist es ganz einfach, einen Vitamin B12-Mangel festzustellen, z.B. mithilfe eines Vitamin-B12-MMA-Urintests für Zuhause. Bei einem oder mehreren Symptomen ist relativ dringend dazu geraten, einen Urintest durchzuführen, um einen B12-Mangel frühzeitig auszuschließen und einer Verschlimmerung der Symptome vorzubeugen.

Der Urintest wird in einem Päckchen bestellt. Alles, was für den Test nötig ist, ist in dem Päckchen enthalten. Man benötigt Morgenurin und befolgt die Anweisungen im Päckchen. Danach wird der Urin an das Labor zurückgeschickt. Dauer ca. fünf Tage. Kosten ca. 45-60 Euro, je nach Labor.

Ich selbst habe solch einen Test noch nie gemacht. Ich habe das Glück, dass mein HA nicht so geizig ist, wenn es um solch wichtige Tests geht.

Ich selbst muss recht hohe Dosen an Vitamin D3, Vitamin B6 und Vitamin B12 zu mir nehmen. Ich habe Gastritis A & C (autoimmun und medikamenteninduziert). Trotz der Einnahme kommt es immer wieder zu mehr oder weniger großen Mängeln. Eine lebenslange Substitution ist somit unumgänglich.