Über Hashimoto Thyreoiditis

Hashimoto Thyreoiditis

Diesen exotisch klingenden Namen verdankt die autoimmune Schilddrüsenentzündung dem japanischen Chirurgen Dr. Hakaru Hashimoto (1881 bis 1934), der die Erkrankung als Erster beschrieb. Er hatte in den Schilddrüsen verstorbener Frauen Entzündungszellen gefunden, die die Schilddrüse zumindest teilweise zerstört hatten. Seine Entdeckung veröffentlichte er im Jahr 1912 in der deutschen Zeitschrift „Archiv für klinische Chirurgie“.

Hashimoto ist irgendwie keinem bekannt, aber doch keine seltene Erkrankung. Sie wird in Deutschland zwar nur bei etwa 2% der Bevölkerung diagnostiziert, aber nach neueren Schätzungen (Quelle: Internet) sind bereits 10% der Deutschen von dieser Erkrankung betroffen. Das heißt faktisch, dass es in Deutschland mehrere Millionen Menschen mit Hashimoto gibt, die gar nicht wissen, dass sie an einer chronischen, nicht heilbaren Entzündung der Schilddrüse leiden.
Hierbei leiden Frauen im Verhältnis ca. 9:1 häufiger als Männer. 🙁

Ich alleine kenne mittlerweile weit über 10 andere Frauen, die an Hashimoto erkrankt sind.

Auch Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung (wie Diabetes Typ 1 und SLE). Eine autoimmune Schilddrüsenentzündung. Der Körper bildet fälschlicherweise Antikörper (sogenannte Autoantikörper) gegen die Schilddrüse, deren Gewebe aus bisher unbekannten Gründen vom Immunsystem als fremd angesehen wird. Das führt wiederum zu einer chronischen Entzündung des Organs, die dann Hashimoto-Thyreoiditis genannt wird.

Hashimoto gesellt sich gerne mit anderen Erkrankungen wie z.B:

  • Magen-Darm-Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Leaky Gut Syndrom, Zöliakie und Gastritis
  • Lebererkrankungen wie chronische autoimmune Hepatitis
  • Bluterkrankungen wie Perniziöse Anämie mit Vitamin B12-Mangel
  • Hauterkrankungen wie Vitiligo
  • Erkrankungen der Nebennieren wie Morbus Addison
  • Gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose
  • Herzerkrankungen wie Mitralklappenprolaps, Herzrhythmusstörungen
  • Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Rheumatische Erkrankungen wie Kollagenosen und Rheumatoide Arthritis
  • Augenerkrankungen wie Endokrine Orbitopathie

Neben der Bestimmung der Blutwerte ist die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse Hauptbestandteil bei der Diagnose von Hashimoto.

Mit dem Ultraschall der Schilddrüse lässt sich die zerstörte Schilddrüse bzw. das zerstörte Gewebe darstellen. Die typische Hashi-Schilddrüse zeigt in der Ultraschalluntersuchung dabei eine echoarme (dunkle) und unregelmäßige Struktur.
Ein Szintigramm der Schilddrüse ist bei Hashimoto nicht nötig. Bei der Abklärung von auftretenden Knoten auf der Schilddrüse kann ein Szintigramm notwendig werden.

Der wichtigste Blutwert in Sachen Schilddrüse ist das TSH, das „Thyroidea“ (Schilddrüse) stimulierende Hormon.
Das TSH wird von der Hirnanhangdrüse (der Hypophyse) produziert und steuert die Herstellung von T3 und T4, der Schilddrüsenhormone.
Wenn zu wenig Hormone in der Schilddrüse hergestellt werden, steigt das TSH, wodurch die Schilddrüse angeregt werden soll, ausreichend T3 und T4 zu produzieren.
Bei einer Unterfunktion (UF) ist das TSH deswegen hoch. Wenn dagegen zu viel Hormone gebildet werden – in der Überfunktion (ÜF), sinkt das TSH, um die Produktion von T3 und T4 zu reduzieren.
Während bei der „latenten Unterfunktion“ die Schilddrüsenhormone oft noch im Normbereich sind, ist die UF meist deutlich am TSH feststellbar.

Schilddrüsenantikörper sind bei Hashimoto-Patienten meistens positiv. So gibt es die TPO-Antikörper und die TG-Antikörper, TR-Antikörper.
Fehlen beim Patienten die Antikörper, so heißt das nicht automatisch, dass kein Hashimoto vorliegt. Ein Ultraschall gibt dann Aufschluss und nicht selten wird (zunächst) eine Diagnose anhand des Ultraschalls gestellt.

Die Symptome bei Hashimoto-Thyreoidits führen häufig zu Fehldiagnosen, weil sie recht breit gestreut sind und mit anderen (vor allem psychischen) Erkrankungen ähneln. So gibt es:

  • Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Depression
  • Angstzuständen
  • Gewichtszunahme
  • Kälteempfindlichkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Haarverlust
  • brüchige Nägel
  • trockene Haut
  • Nesselsucht
  • Herzstolpern
  • hoher Blutdruck
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • hoher Cholesterinspiegel
  • verminderte Libido
  • Zyklusstörungen
  • Schwindel
  • Blutarmut
  • Muskelschmerzen
  • Ödeme
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

Die Therapie bei Hashimoto besteht im Grunde aus dem Ersetzen des fehlenden Hormons, was die Schilddrüse nicht (mehr) herstellt.

L-Thyroxin

Die Dosis bestimmt der Arzt anhand der Blutwerte, wobei bei Hashimoto-Erkrankten meist ein Wert unter 1 angestrebt wird, der sogenannte Wohlfühlwert.

Bei mir war die Hashimoto eine Zufallsdiagnose, weil einem Arzt mein Übergewicht nicht als familiär gegeben ausreichte. Danke!