Über Diabetes Typ 1

Diabetes gilt als Volkskrankheit Nr. 1 und dennoch wissen die Leute so unglaublich WENIG über Diabetes – egal ob Typ 1 oder Typ 2!

Ein wenig möchte ich gerne Abhilfe schaffen… ob es mir gelingt? Keine Ahnung, aber ich tipp mal, was ich so in den letzten Jahren gelernt habe…

Diabetes mellitus (auf deutsch: honigsüßer Durchfluss) Typ 1 wurde früher auch als Jugenddiabetes und Diabetes mellitus Typ 2 als Altersdiabetes bezeichnet. Typ 1 tritt bevorzugt im Kindes- und Jugendalter auf, kann aber auch im Erwachsenenalter auftreten. Typ 2 tritt vermehrt im hohen Alter auf, bedingt durch familiäre Veranlagung und – wohl – durch falsche Ernährung (wobei ich Diabetiker kenne, mit Typ 2, die sich ihr Leben lang gut ernährt haben, NICHT übergewichtig sind und TROTZDEM an Diabetes erkrankt sind).

Ca. 7 Millionen Menschen in Deutschland sind Diabetiker. Etwa 400.000 davon sind in an Typ 1 Diabetes erkrankt.

Die Ursache des Typ 1 ist die vollständige Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen in den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldüse durch einen Autoimmunprozess (wer hätte das gedacht?). Das hört sich nach viel Theorie an, ist aber im Endeffekt ganz einfach. Die Zellen, die beim Gesunden das Insulin produzieren, um die Kohlenhydrate (z.B. in Reis, Nudeln, Brot, Mehl, Zucker) zu verarbeiten, werden vom Immunsystem fälschlicherweise angegriffen und zerstört. Daher produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr, was der Diabetiker dann per Pen oder Pumpe zuführen muss. Strengstens berechnet, um der natürlichen Produktion der Bauchspeicheldrüse so nah wie möglich zu kommen.

Warum sich aber das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet, ist bisher – wie bei allen Autoimmunerkrankungen – nicht bekannt. Diskutiert werden Ernährungseinflüsse und Infektionen. Wissenschaftler versuchen intensiv, den Ursachen auf die Spur zu kommen, um langfristig zu verhindern, dass der Typ-1-Diabetes überhaupt entsteht.

Während der Typ 2 eher schleichend entsteht und meist bei einer Routineuntersuchung beim Hausarzt auffällt, macht sich der Typ 1 Diabetes meist sehr schnell bemerkbar, u.a. durch folgende Symptome:

  • starker Harndrang
  • übermäßiger Durst
  • extreme Müdigkeit
  • plötzlich schlechtes Sehen

Nicht selten kommt ein Typ 1 Diabetiker ERST ins Krankenhaus, weil er mit wahnsinnig hohem Blutzucker (fast) ohnmächtig geworden ist und erhält dann erst seine Diagnose Diabetes mellitus Typ 1.

Sobald der Blutzucker wieder im Griff ist, verschwinden auch die Symptome wieder. Der starke Harndrang ist Folge vom extremen Durst, der wiederum vom hohen Zuckerwert kommt. Die Müdigkeit ist wohl bedingt durch den Kampf, den der Körper innen führt. Schlechte Sehkraft ist vor allem bei hohen Zuckerwerten zu beobachten und verbessert sich umgehend, wenn der Zuckerwert wieder im Normbereich ist.

Nach der Diagnose gehören jede Menge neue Pflichten zum Alltag eines Diabetikers.

  • messen
  • wiegen
  • rechnen
  • schätzen

und jede Menge Korrektheit und Eigenkontrolle.

Hypo – SOS – Notfallhelfer

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Hypos gehören – leider – für die meisten (Typ1) Diabetiker mehr oder weniger zum Alltag. So auch für mich. In manchen Zeiten ist es schlimmer, manchmal habe ich sogar mehrere Wochen ohen „echte“ Hypo.

Grundsätzlich fängt für mich die Hypo erst ab einem Wert unter 50 mg/dl an. Auch mein Körper zeigt mir diesen Wert als Grenze. Unter 50 ist es unangenehm, fällt der Blutzucker unter 45 mg/dl ist es dann kritisch. Immer wieder bin ich nicht mehr in der Lage, nicht mehr selbst für „Zuckernachschub“ zu sorgen und bin auf (fremde) Hilfe angewiesen…
Dabei sind mir die liebsten Hypohelfer:

  • Pepsi oder Cola
  • Gummibärchen (am liebsten saure)
  • Traubenzucker
  • Jubin

Ich hätte gerne mal dieses Dextro Energy Gel. Hab das aber noch nie gefunden. Ich habe immer so Phasen, in denen ich nicht alles essen/trinken kann während einer Hypo. Mal geht nur Cola / Pepsi (aber bitte eiskalt), mal nur Gummibärchen oder mal nur Traubenzucker…

Aber es gab auch schon Hypos, wo ich wahllos und panisch ALLES in mich reingestopft habe, was ich finden konnte…
Die schlimmste Hypo-Erfahrung war nachts, als ich mehr oder weniger hilflos wach wurde, im Libre kein Wert mehr angezeigt werden konnte (also unter 40 mg/dl) und ich sofort auf Hilfe angewiesen war.
Das einem anderen schlafenden Menschen mitzuteilen, wenn man eigentlich nicht mehr funktioniert, ist sehr schwer und sehr beängstigend…

22er Wert Libre

Im Blut hatte ich da noch 22 mg/dl
und wir haben über 1 Stunde gebraucht,
um den Wert wieder in den Normalbereich zu bekommen.

Auch nach intensiver Suche haben wir keinen Grund für diese schwere Hypo gefunden.

Geblieben ist eine Angst vor nächtlichen Hypos.

Was, wenn er es nicht mitbekommt?
Wenn ich ihn nicht mehr wecken kann?

Auch wenn ich es nicht will, die Angst ist abends da und bei jeder Basalerhöhung flammt sie wieder erneut in mir auf, so dass Erhöhungen mit meinem Diabetologen regelmäßig zur kleinen Diskussionsrunde bzw zum Basar werden, wo Basal verhandelt wird…

Quasi ein Basalbasar! 😀