Aus Spaß wurde Ernst… (4)

Am 06. September 2012 war also mein erster Termin in der Uniklinik Mainz. Rheumatologische Ambulanz, Gebäude 605.

Ich hatte gleichermaßen Angst wie Hoffnung… Die würden schon finden, was ich habe und mir vor allem hoffentlich sagen, dass meine Mutter sich irrt und ich nur einen Virus habe und bald wieder gesund bin…

Die Schwester – oder Herrscherin – der Ambulanz gab mir jede Menge Unterlagen, die ich ausfüllen sollte. Fragebögen über meine Person, über meine Symptome, was ich kann und was ich nicht kann…
Eigentlich konnte ich ja gar nichts mehr, aber nur, weil es mir so schlecht ging… also kreuzte ich an, was das Zeug hielt… Fest entschlossen, gesund zu sein…

Immer wieder fielen mir die Augen zu und meine Mutter musste mich anstupsen. Ich hatte solche Kopfschmerzen und diese Müdigkeit war so extrem, dass ich dachte, ich muss in ein tiefes Koma fallen, was mir endlich die Erholung bringen würde, die mir auch 15 Stunden Schlaf nicht bringen…

Irgendwann wurde ich dann aufgerufen. Ich tapste dem jungen Assistenzarzt hinterher und überlegte, wie er sich vor 10 Sekunden vorgestellt hatte. Hatte er eine Brille gehabt? War er hässlich oder hübsch? Ich hatte alles schon wieder vergessen…

Er war Grieche – wahrscheinlich ist er es noch – und wollte meine DIN A4 Seiten mit meinen aktuellen Beschwerden nicht haben. Er hätte Probleme, so viel zu lesen.

Ha! Ist er auch krank?

Ich hatte diese Probleme auch, aber nicht wegen der Sprache, sondern weil ich mich mit diesen Kopfschmerzen überhaupt nicht konzentrieren konnte! Abgesehen davon, dass die Behandlungsliege zu meiner rechten so verführerisch zu säuseln schien, dass ich mich einfach auf sie legen solle und meinen dringend benötigten Schlaf suchen und finden würde!

Ich versuchte mich wachzuhalten und auf die Worte vor mir zu konzentrieren. Auf die gesprochenen von diesem Arzt mit dem unaussprechlichen Namen und auf die Worte, die getippt vor mir auf dem Blatt Papier standen.
Er studierte währenddessen meine Fragebögen und die abgegebenen Blutwerte.
Anschließend fragte er noch ein paar Sachen, wie ob ich Fieber hätte oder Haarausfall…

Im Anschluss untersuchte er mich von Kopf bis Fuß und hörte meine Lunge und mein Herz ab.

Die anschließenden Worte hallen noch heute in meinem Kopf:

Klinisch haben Sie auf jeden Fall Lupus. Was auch die Blutwerte bestätigen, aber wir machen auf jeden Fall noch eigene Werte – ausführlichere.
Und ich würde Sie gerne stationär sehen. In Bad Kreuznach. Das ist ein spezielles Rheumakrankenhaus unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Schwarting und dort können wir die komplette Diagnostik durchführen, ohne dass es Monate dauert und sie etliche Male hier in die Uniklinik kommen müssen.

Das hörte sich vernünftig an. Die Entscheidung lag bei mir. Meine Familie wäre sicher nicht begeistert, aber ich würde sicher topfit wieder nach Hause kommen und das war es uns sicher wert.

Als ich zustimmte, wurde das sofort schriftlich festgehalten. 10 Tage – maximal 12 Tage. Das ist zu schaffen, dachte ich…

Die Schwester rief sofort in der Rheumaklinik an und fragte mich direkt, ob der 17. September mir recht wäre.

Klar. Warum nicht? Jetzt ist das eh erst mal egal.

Elf Tage später kam ich also mit dem Zug und völlig fertig in Bad Kreuznach an.
Warum mit dem Zug? Ich konnte kein Auto fahren. Meine Hausärztin weigerte sich, mir einen Transportschein für die Anreise mit dem Taxi auszustellen und mit dem Krankenwagen – das wollte ich nicht…

… to be continued…

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