Aus Spaß wurde Ernst… (3)

Den Sommer 2012 werde ich wohl niemals vergessen…

Schon seit Monaten war klar, es stimmt etwas nicht. Ich hatte täglich Kopfschmerzen, immer heftiger und irgendwie halfen meine Schmerzmittel nicht oder nicht richtig. Ich hatte komische Muskelschmerzen, viele Krämpfe, war sehr lichtempfindlich und reagierte auf Sonnenlicht mit Ausschlag im Gesicht.

Und ich war IMMER MÜDE!

Ich hatte erst einen neuen Job angefangen und konnte es mir überhaupt nicht leisten, krank zu werden. Da mein damaliger Diabetologe mich nicht wirklich aktiv unterstützen wollte auf der Suche nach dem „Etwas“, was nicht mit mir stimmt, ich aber auch nicht auf meine Mutter hören und in die Uniklinik gehen wollte, machte ich bei einem örtlich niedergelassenen Rheumatologen einen Termin aus.

Auf der Überweisung stand damals „Verdacht auf SLE“

Der Rheumatologe ließ erst Blut abnehmen, eine Lungenfunktion machen, den Blutdruck messen und Gewicht und Größe wurden kontrolliert. Danach wurde ich ausgiebig untersucht. Er stellte jede Menge Fragen, die ich brav beantwortete, aber er ließ nicht einmal (!!!) eine Meinung durchblicken, keine Regung war ihm zu entnehmen. Er schrieb hier und da etwas auf und das wars.

Am Empfang bekam ich gesagt, dass erst mal Urlaub anstand und ich Bescheid bekäme, wenn etwas nicht in Ordnung wäre mit meinem Blut. Andernfalls würde ich auch keinen Termin mehr bekommen.

Ich war etwas vor den Kopf gestoßen, vermisste das Gespräch. Er wollte weder wissen, wie man auf den Verdacht kam, noch hat ihn sonderlich interessiert, was meine Mutter an „Gepäck“ dabei hat…

Am 16. August 2012 waren wir auf der Kartbahn. Feiertag – aber nur in Bayern, also hatten wir die Bahn für uns. Es war himmlisches Wetter! Strahlend blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Es war irre heiß und wir mussten jede Menge Wasser in uns reinschütten, um auszugleichen, was wir – alleine schon neben der Strecke – verschwitzten…
Ich hatte mega Lust, mal wieder mit meinem Rennroller auf die Strecke zu gehen und genoss die ersten Runden, die allerdings überraschend anstrengend waren.
Die ein oder andere Kurve wurde kritisch. Ich bekam rasende Kopfschmerzen. Die Pausen wurden immer länger und meine Konzentration litt extrem.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus… Ich zog mich um und erntete dafür von meinen „Jungs“ schon überraschte Blicke, denn das war nicht normal, dass ich mich so früh umzog.
Ich lag unter unserem Pavillon im Schatten und hatte das Gefühl, ich würde sterben…

Was – zum Geier – war das? Migräne? Ein Tumor? Das ist doch alles nicht normal!

Auf dem Rückweg musste mein Mann fahren – unter normalen Umständen undenkbar – ich bin ein so mieser Beifahrer, dass ich niemals zulassen würde, dass jemand anderes fährt, wenn es nicht unbedingt sein muss… 🙁 Auch wenn mein Mann ein MEGA guter Autofahrer ist…

Ab da lag ich flach…

Ich konnte gar nichts. Ich kämpfte mich aus dem Bett, um auf die Couch zu kommen und umgekehrt.
Meine Hausärztin schrieb mich krank mit „Erschöpfungszustand unerklärter Ursache“.
Ich schaffte es nicht, Auto zu fahren, ich war einfach zu müde für alles. Ich hatte so schlimme Kopfschmerzen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, den nächsten Tag noch zu erleben.

Und diese bleierne Müdigkeit. Selbst nach 12 Stunden Schlaf in der Nacht war ich so müde, dass ich die Augen nicht offen halten konnte. Ich hatte teilweise Probleme, überhaupt nur eine Mahlzeit zu überstehen.

Meine Familie begann, sich ernsthaft Sorgen zu machen. Ich war mies drauf, weil ich IMMER Schmerzen hatte. Ich wusste gar nicht mehr, wie es ist, ohne Kopfschmerzen. Selbst die übelsten Knieschmerzen wurden zur Nebensache mit diesen Kopfschmerzen.

Eine Freundschaft nach der anderen litt unter meinem Zustand und ich ging überhaupt nicht mehr freiwillig aus dem Haus… Ich konnte auch eigentlich gar nicht mehr laufen.

Irgenwann rief ich beim Rheumatologen an. Meine Blutwerte wären zwar da, aber der Arzt hätte keine Zeit für einen kurzfristigen Termin.
Ich drängelte so lange rum, bis ich sie überredet hatte, mir die Laborwerte zu kopieren, gegen 1 Euro pro Seite!

Mein Mann fuhr mich in die Stadt und ich schleppte mich bis zum Aufzug, um zur Praxis zu kommen. Dort bekam ich widerwillig die Blutwerte, zahlte und ging – ohne einen Termin zu vereinbaren.

Unten angekommen wartete ich auf meinen Mann, der aufgrund von Halteplatzmangel eine Runde durch die Innenstadt drehte… Ich warf einen Blick auf die Blutwerte und sah lediglich ein paar dick gekennzeichnete Werte, die mir nichts sagten.

Als ich im Auto saß, rief ich meine Mutter an und las ihr die Werte vor. Nach ein paar kurzen Erklärungsversuchen ihrerseits, machte sie mir einen Termin in der Uniklinik Mainz. Zwei Wochen später war dieser Termin. So lange war ich krankgeschrieben und vegetierte nur vor mich hin…

to be continued…

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