Alltag oder alle Tage?

Ich bin kein Jammer-Typ. Ich bin eher vom Typ der Aufdiezähnebeißer. Nichts anmerken lassen. Krank sein heißt meistens schwach sein und das muss man nicht jedem zeigen. Sollte man nicht jedem zeigen…

Doch ab und an bin ich auch nach außen schwach. Nicht oft und nicht viele haben mich bisher schwach erlebt…

Eigentlich spricht man über mich in der Form:

„Die hat immer gute Laune, die Kleine!“ oder „Immer am Lachen, das ist Wahnsinn!“ oder „Mensch, was für einen Lebenswillen sie ausstrahlt!“

In Bad Kreuznach kamen die anderen Patienten, die vor mir entlassen wurden zu mir, um sich zu verabschieden. Und alle haben mich gebeten, meine gute Laune zu behalten und weiter zu kämpfen!

Das mache ich! Ich bin schon immer eine Kämpferin gewesen. Vieles musste ich mir erkämpfen in meinem Leben und auch mein Leben muss ich mir erkämpfen.
Mittlerweile habe ich ein starkes Umfeld. Mein Mann. Meine Töchter. Meine besten Freundinnen. Meine neue Krankenkasse zähle ich auch dazu, denn ohne die BIG wäre ich noch lange nicht da, wo ich jetzt bin. Und meine Ärzte. Leider ist das heute Luxus, einen guten Arzt zu haben und ich habe gleich mehrere richtig (!!!) gute!

Und trotzdem habe auch ich schattige Tage, an denen es mir schwer fällt, die Fröhliche zu sein, die ich immer bin und die alle von mir erwarten. Das sind die Tage, an denen ich mich zurückziehe, niemanden oder fast niemanden sehen will.

ECHTE Freunde verstehen das. Akzeptieren das. Aber ich musste lange aussortieren um da hinzukommen, wo ich heute bin.
Fremde verstehen das nicht. Warum ich mich nicht zurückmelde in sonst gewohnter Schnelligkeit. Oder warum ich nicht ans Telefon gehe.

Weil ich nicht will! Ich habe schmerzhaft lernen müssen, NEIN zu sagen und zwar zu allem, was mir nicht gut tut.
Es klappt nicht immer, aber immer öfter!

Gestern und heute sind so Tage. Der Schmerz ist so stark, dass ich die Frage „Wie geht es Dir?“ nicht hören MÖCHTE. Ich möchte sie nicht beantworten, weder mit einer Lüge noch mit der Wahrheit (die die wenigsten verkraften).

Ich ziehe mich also zurück und überlege einen Schlachtplan gegen den Feind Schmerz.
Mir ging es schon so viel besser. Aber mir ging es auch schon schlechter. Kaum vorstellbar, aber es ist so.

An den schlechten Tagen versuche ich mich darauf zu besinnen, was ich schon erreicht habe. Was ich geschafft habe und wie lange ich mit teilweise abartig starken Schmerzen schon lebe. Noch lebe.

Und irgendwie gibt das Kraft. Es macht mir Mut, wieder in bessere Zeiten zu kommen, wenn ich nur brav abwarte und einfach nur an mich denke…

Das ist schwer. Egoist zu sein ist so schwer. Ich bewundere diese Egoisten, die einfach immer tun, was ihnen gefällt, was ihnen gut tut. Die teilweise über Leichen gehen (nur im übertragenen Sinne), nur um an das zu kommen, was sie wollen.

Ich kann das nicht. Oder nicht gut. Ich bin aber dabei, es zu lernen. Ich möchte kein 24/7-Egoist sein. Ich möchte ein Mini-Egoist sein, in den Phasen, in denen ich Egoist sein muss… Das ist alles…

Heute bin ich schon wieder weniger Egoist als gestern, obwohl ich es heute wohl noch bräuchte. Aber ich bin gerne für andere da. Ich gebe gerne und ich hoffe, dass ich – sollte ich in eine Situation geraten, in der ich BRAUCHE – auch bekomme…

Aktuell bin ich auf der Suche nach einem !günstigen! Flachbild-TV für meine AHB. 3 oder 4 Wochen bei evtl. schlechtem Wetter? Ohne TV? Neeee… muss nicht sein.

130 Euro. Dafür bekommt man schon einen guten mit DVD integriert sogar. Also ist Sparen angesagt. Viel Zeit habe ich nicht. Aber bald Geburtstag… wer weiß… 😉

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